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Nersinger Senioren geben Gummi

Nersinger steigen auf dem Verkehrsübungsplatz in die Eisen. Dabei wollen sie nicht nur ihr eigenes Können prüfen, sondern auch ihr Auto besser kennenlernen. Von Katharina Dodel

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Wie parkt man schnell und sicher ein? Wann löst der Airbag aus? Wann kommt ein Auto bei Vollbremsung zum Stehen? Horst Gauß berät unter anderem Gerlinde Eigenmüller aus Nersingen in Sachen Sicherheit im Verkehr. 

Nur noch zehn Meter bis zur Markierung. Dann muss Gerline Eigenmüller mächtig auf die Bremse drücken. Das Ziel ist, zu testen, wann das eigene Auto zum Stehen kommt. Eine echte Vollbremsung hat sie noch nie machen müssen, aber jetzt ist es so weit. Auch wenn sie bei 30 Stundenkilometern zaghaft und nicht mit voller Wucht in die Eisen steigt: Nach etwa vier Metern kommt auch ihr Wagen zum Stehen. Die 74-Jährige und 14 andere Senioren aus Nersingen absolvieren an diesem Nachmittag ein Fahrsicherheitstraining, das der Seniorenarbeitskreis der Gemeinde organisiert hat. Auf dem Übungsplatz in Ludwigsfeld testen sie mit einem Experten nicht nur, was sie selbst noch drauf haben, sondern auch ihr Auto.

Deas scheint eines der Hauptziele dieses Trainings zu sein. Hans-Peter Oklicek bestätigt das unter anderem. „Hier darf man mal vollbremsen und kann sehen, was das Auto macht“, sagt der 65-Jährige. Er wollte eigentlich seine Frau zur Übung anmelden – doch die drehte den Spieß um und meldete kurzerhand ihn an. Oklicek lacht und sagt: „Das war irgendwie gar nicht schlecht. Man erwischt sich ja selbst oft, dass man draußen Sachen falsch macht.“ Zum Beispiel wenn es ums richtige Einstellen des Autositzes geht, sagt Fahrlehrer Horst Gauß, der ehrenamtlich bei der Kreisverkehrswacht arbeitet und Tipps gibt. Demnach müssen Beine und Arme beim Bremsen immer noch angewinkelt sein. Gauß kann sich vorstellen, warum sich ältere Autofahrer oft scheuen, an einem Verkehrstraining teilzunehmen: „Viele trauen sich nicht, weil sie denken, da steht dann jemand, der einem den Führerschein wegnimmt, wenn’s nicht so gut klappt.“ Das sei garantiert nicht der Fall, sagt Gauß: Es gehe einzig und allein darum, Ängste zu beseitigen, Tipps zu geben und die Technik im Auto zu erklären. Oder wie Hans-Peter Oklicek es nennt: „Man hat da ein Geschoß unterm Hintern, mit dem man was kaputt machen kann. Jetzt geht’s darum, mit dem Auto umgehen zu können.“

Er meistert die Parkbuchten souverän, die Fahrlehrer Gauß mithilfe von Pylonen nachempfunden hat. Einzig beim seitlichen Einparken spielte sein Außenspiegel im einen Streich: „Ich dachte, ich hab’ nur noch 30 Zentimeter Platz. In Wirklichkeit waren es viel mehr.“ An anderen „Parkbuchten“ wird schon mal ein Kegel angefahren, oder wild am Lenkrad gezerrt – „aber das ist in Ordnung“, sagt Gauß. „Dafür gibt’s ja das Training. Hier üben die Teilnehmer Situationen, die sie im echten Verkehr meiden würden.“

Nach dem Einparken folgt eine Erklärung zum Toten Winkel, zum Verhalten nach einem Unfall und zum Airbag. Mit diesem hat Siegfried Vorsprach schon Bekanntschaft gemacht. Der 65-jährige Straßer hatte vor rund 15 Jahren einen Unfall auf der B10, als er auf regennasser und ölverschmierter Fahrbahn einem Betonmischer „hinten drauf gekracht ist“. Er hat den Unfall unbeschadet überstanden, sein Auto nicht. „Und seither weiß ich auch, wie das mit dem Airbag ist“, sagt er und erklärt, dass er zehn Minuten lang Atemnot hatte, weil das Sicherheitskissen offenbar ein Leck hatte und Gas ausgeströmt war.

Vor einem Unfall hat Gerlinde Eigenmüller große Angst. Daher setzt sie sich nur selten ins Auto. „Ich wurde immer belächelt – vor allem von Gleichaltrigen – weil ich mich bei Glatteis im Winter nicht traue, zu fahren. Daher hab’ ich mich beim Training angemeldet.“ Gauß ist froh um jeden, der zu seinen Schwächen steht und sich traut, bei der Übung teilzunehmen. Nicht nur die älteren Autofahrer kommen dann sicherer von A nach B, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer. Auch Oklicek ist froh, dass seine Frau ihn angemeldet hat: „Nach dem Training fährt man ganz anders nach Hause.“ feld >>

 

 

 

Kreisverkehrswacht

Neu-Ulm e.V.
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